Eliane: «SCHÖN, WENN MEINE MUSIK DIE LEUTE BERÜHRT»

Eliane: «SCHÖN, WENN MEINE MUSIK DIE LEUTE BERÜHRT»

Soeben ist Elianes neues Album erschienen – es heisst schlicht «Eliane» und ist schon das fünfte seit ihrem Sieg bei «Die grössten Schweizer Talente» im Jahr 2012. Ab Januar ist sie wieder live zu erleben. Uns verriet die Hochdorferin, warum sie gerne auf der Bühne steht – aber auch gerne ganz normal im Büro arbeitet.    Text: Christoph Soltmannowski

event.: Welcher Song auf deinem neuen Album bedeutet dir persönlich am meisten?

Eliane: Das ist der letzte auf dem Album – «For You». Es geht darum, Abschied zu nehmen. 

Hat dieses Lied einen Bezug zu einer bestimmten Person?

Es geht um meinen Onkel, der in den letzten sechs Jahren mein Manager war. Er war zu einem ganz engen Freund und einer Bezugs­person für mich geworden. Je näher man einer Person steht, desto mehr stellt sich die Frage nach dem Warum und Wieso, der man nicht ausweichen kann. Das ist halt schon sehr präsent. Man muss halt lernen, damit umzugehen. Es ist sicher
der nachdenklichste Song auf dem Album.

Bald gehst du auf Tour. Was machst du lieber – Songs aufnehmen oder auf der Bühne spielen?

Schon, auf der Bühne zu sein. Die Songs im Studio einzusingen, hat in diesem Moment viel weniger mit Emotionen zu tun. Wenn ich aber auf der Bühne meine Geschichte 

erzähle und meinen Song dazu singe, kann ich die Emotionen mit dem Publikum direkt teilen.

Bist du jemand, der seine Gefühle gerne offenlegt?

Ich würde sagen, dass ich es schon nicht ungern habe, im Mittelpunkt zu stehen. Sonst würde ich mich auf der Bühne nicht wohl fühlen. Da ist ein Teil von mir, das war bei mir schon als Kind so. Im Kindergarten war ich für manche der Clown, ich habe Witze erzählt und Chaschperlitheater einstudiert. 

Dann hast du mit deiner Musik-Karriere deinen Lebenstraum verwirklicht? 

Nein, habe ich nicht. Das war nie mein Traum, ich wollte nie Musik
zu meinem Beruf machen. Ich habe immer gesagt, Musik soll mein Hobby bleiben, als Beruf würde ich die Freude daran verlieren. 

Du bereust es aber nicht?

Nein.

Hegst du denn einen anderen grossen Traum? 

Einer meiner grossen Lebensträume ist ganz klar, Familie zu haben und Kinder.  

Bist du gespannt, wie deine neuen Songs auf der Bühne ankommen? Erhältst du oft Reaktionen, mit denen du nicht gerechnet hättest?

Ja, bei manchen Songs, die ich nicht für so enorm emotional halte, kommen Rückmeldungen von Leuten, die mir sagen, dass diese sie emotional sehr berührt hätten und dass sie sich zu hundert Prozent damit identifizieren können. 

Wie wirkt solches Feedback auf dich? 

Das gibt mir extreme Befriedigung. So merke ich, dass das Ziel erreicht ist. Zumindest für mich ist das Ziel des Musikmachens, die Leute zu berühren und etwas zu teilen.

Gelingt dir das immer?

Eigentlich bei jedem Konzert. Wenn ich in die Runde schaue und sehe, dass gewisse Leute Tränen in den Augen haben oder an der anschliessenden Autogrammstunde sagen: «Hey, ich hatte fast zwei Stunden lang Hühnerhaut», dann ist das jedes Mal wieder eine Freude und Befriedigung, wenn ich merke, dass ich die Musik nicht nur für mich selber mache. Sondern, dass ich den Leuten tatsächlich zwei Stunden lang Freude bringen kann. Den meisten sogar noch länger, wenn sie dann auch noch das Album mit heimnehmen und meine Musik in ihren Alltag mit einbauen.

Du stehst nicht nur gerne auf Bühne, sondern warst im Sommer auch längere Zeit mit einem Campingbus unterwegs – wie war das? 

Es ist sehr befreiend, einfach in ein Fahrzeug nur die Sachen zu laden, die man gerade braucht, loszufahren und 

sich so vom Alltag komplett loszulösen – 

um die Welt zu erkunden.

Was hast du dabei erlebt? 

Ich war fast sechs Wochen unterwegs, in Skandinavien, es ist eine unglaublich schöne Gegend, mit vielen Weiten, den Wäldern und dem Meer. Es war ein wunderschöner Sommer. Ich habe extrem viele gute Leute getroffen und etwa acht Lieder geschrieben. Und
ich habe mich um meine Masterarbeit gekümmert. 

Du sagtest Masterarbeit – dann bist du beruflich auch noch auf einer anderen Ebene unterwegs? 

Ja, ich habe gerade meinen Master zum Thema Kommunikation und Management im Gesundheitswesen abgeschlossen. Ab Frühling habe ich eine Teilzeitstelle mit 40-Prozent-Pensum zum Marketing und Kommunikation bei einem Versicherungsbroker – das macht mir extrem Freude. Das ist ein sehr guter Ausgleich für mich, es bringt mir die 

lang ersehnte Struktur, die ich neben der Musik immer haben wollte.  

Hat dir neben dem Musikmachen die Struktur gefehlt?

Ja, da sieht jeder Tag und jede Woche anders aus. Aber ich bin ein sehr strukturierter Mensch, deshalb tut mir die An-
stellung irgendwie gut. Ich habe so auch wieder einen gewöhnlichen Alltag. Und kann in einer gewöhnlichen Rolle sein,
wo ich nicht Eliane die Künstlerin bin, sondern einfach eine Angestellte, die ihre Aufgaben und Projekte erledigt.

Christoph Soltmannowski

http://www.solt.ch

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